Dezember 2016 – Sport gegen das Vergessen

Wer unmittelbar nach dem Lernen Computer spielt, kann sich Dinge schlechter einprägen

Gute Nachrichten für alle Schüler: Wer sich Vokabeln partout nicht einprägen kann, dem kann mit einem einfachen Mittel geholfen werden. Denn sportliche Aktivität unmittelbar nach dem Lernen fördert die Merkfähigkeit des Gehirns – im Gegensatz zum Computerspiel danach. Das haben Forscher der Fachhochschule Oberösterreich am Campus Steyr herausgefunden. 

Für die wissenschaftliche Untersuchung meldeten sich 60 männliche Schüler im Alter von 16 bis 19 Jahren, die regelmäßig ein bestimmtes Computerspiel nutzten. Alle Testpersonen erhielten das gleiche Mittagessen und sahen danach die Dokumentation „Planet Erde“ im Fernsehen, um auf dasselbe emotionale Niveau zu gelangen. Anschließend sollten sich die Probanden in einer bestimmten Zeit türkische Vokabeln, Telefonnummern, den Weg durch eine imaginäre Stadt sowie verschiedene Objekte einprägen. Die Merkfähigkeit eines jedem Einzelnen evaluierten die Forscher anschließend in einem ersten Test.

Um die Wirkung von Sport nach dem Lernen zu testen, teilten die Studienautoren die 60 Jugendlichen in drei gleich große Gruppen auf: Eine spielte eine Stunde lang Computer, die andere ging locker walken oder laufen und die dritte machte gar nichts.

Hierauf wurden die Probanden dem gleichen Merktest nochmal unterzogen. Die Auswertung ergab bei den Computerspielern einen „dramatischen Gedächtnisverlust“, berichtete Studienleiter Harald Kindermann. Bei den Sportlern war das Gemerkte dagegen erheblich höher als zuvor. Die Gruppe, die sich weder am PC noch mit Bewegung erholt hatte, wies einen „leichten Gedächtnisverlust“ auf.

Außerdem wurde das Hormon Kortisol während der einzelnen Testphasen im Speichel der Probanden gemessen, um das Stressniveau der Schüler festzustellen. Beim Computerspiel war der Hormon-Haushalt nicht erhöht. Das häufig genutzte Spiel hatte offensichtlich eine beruhigende auf die Schüler, folgerten die Wissenschaftler aus der entsprechenden Speichelprobe. Durch die sportliche Aktivität stieg der Kortisolspiegel indes an. Ein erhöhtes Stressniveau helfe wiederum beim Abspeichern von Gelerntem, erklärte Kindermann und betonte: „Mein Rat: Genau überlegen, was man nach dem Lernen macht.“

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