Mai 2017 – Verbesserter Lymphabfluss nach Brustkrebs-OP

Erste erfolgreiche doppelte Lymphknotentransplantation verringert Ödeme

Frauen nach Brustkrebs-Operationen mit Lymphknotenentfernung in der Achselregion leiden häufig unter einem geschwollenen Arm. 63 Prozent der Patientinnen zeigen postoperativ ein Lymphödem auf der betroffenen Seite. Schwellungen, Spannungsgefühl und Schmerzen sind die Folge. Entlastung kann ein neues Verfahren bringen. Chirurgen am Klinikum Kassel transplantierten Lymphknoten aus einer anderen Körperregion in das ödematöse Gewebe und erreichten einen wirksamen Lymphabfluss.

Prof. Dr. Holger Engel und sein Team entnahmen einer 64-jährigen Patientin Lymphknoten aus dem Mesenterium und setzten diese im Bereich des Handgelenk und des Ellenbogen wieder ein. Bei der betreffenden Patientin wurde 2008 Brustkrebs diagnostiziert. Nach der Operation mit Lymphknotenentfernung folgten Chemotherapie und Bestrahlung. Die Patientin entwickelte anschließend Ödeme in Hand und Arm und andauernde Schmerzen. Lymphdrainage und Kompressionsstrümpfe erzielten leider nicht den gewünschten Erfolg.

Nach der doppelten Lymphknotentransplantation ging die Schwellung deutlich zurück, Schmerzen im Arm und der Hand sind verschwunden. Da sich die Ödeme bis zu einem Jahr nach der Operation verringern können, trägt die Patientin weiterhin Kompressionstrümpfe und erhält zusätzlich Lymphdrainage.

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